Wer selbstständig ist oder einen Handwerksbetrieb führt, kommt täglich mit Kundenanfragen in Kontakt. Doch Vorsicht: Die Begriffe „Angebot“ und „Kostenvoranschlag“ werden oft fälschlicherweise synonym verwendet. Rechtlich gibt es gravierende Unterschiede, die dich im schlimmsten Fall viel Geld kosten können.
Das Angebot: Bindend und präzise
Ein Angebot ist ein verbindlicher Antrag zum Abschluss eines Vertrages. Sobald der Kunde das Angebot unterschreibt, ist der Preis fest. Du trägst als Auftragnehmer das Risiko, wenn die Arbeit länger dauert oder die Materialkosten steigen. Du darfst den Preis nachträglich nicht erhöhen.
Möchtest du dich davor schützen, musst du Klauseln wie „Preise freibleibend“ oder „Gültig bis [Datum]“ nutzen.
Der Kostenvoranschlag: Die Schätzung mit Spielraum
Ein Kostenvoranschlag stellt eine unverbindliche Vorkalkulation der voraussichtlichen Kosten dar. Laut BGB (§ 650c) sind zwei Arten zu unterscheiden:
- Einfacher Kostenvoranschlag: Er ist in der Regel unverbindlich. Tritt eine wesentliche Überschreitung (mehr als 15–20%) auf, musst du den Kunden unverzüglich informieren. Er hat dann ein Kündigungsrecht, muss aber die bereits geleistete Arbeit bezahlen.
- Garantierter Kostenvoranschlag: Wenn du eine Garantie für die Einhaltung der Preise abgibst, wird der Kostenvoranschlag rechtlich wie ein Angebot behandelt — er ist absolut bindend.
Direkter Vergleich: Übersicht
| Kriterium | Angebot | Kostenvoranschlag |
|---|---|---|
| Rechtliche Bindung | Ja (sofern nicht freibleibend) | Nein (außer mit Preisgarantie) |
| Mögliche Überschreitung | 0% (Festpreis) | Ca. 15–20% (wesentliche Überschreitung) |
| Kosten für Erstellung | Immer kostenlos | Kostenlos (es sei denn, Entgeltlichkeit wurde vereinbart) |
| Rechtsgrundlage | § 145 BGB | § 649, § 650 BGB |
Wann nutzt du was?
Nutze ein Angebot, wenn:
- die Leistungen klar definierbar und planbar sind (z. B. Einbau eines genormten Fensters).
- du das Risiko kalkulieren kannst und dem Kunden die Preissicherheit als Verkaufsargument bieten willst.
Nutze einen Kostenvoranschlag, wenn:
- das Projekt Risiken birgt, die vorab nicht einsehbar sind (z. B. Sanierung im Altbau).
- der genaue Aufwand erst im Laufe des Projekts sichtbar wird.
Professionelle Angebote & Schätzungen per KI 🤖
Egal ob verbindliches Angebot oder detaillierter Kostenvoranschlag — AngebotMeister KI erstellt dir in Sekunden die passende Vorlage inklusive aller Pflichtangaben.
Jetzt kostenlos testen →Fazit
Achte bei der Kundenkommunikation genau darauf, welche Überschrift auf deinem Dokument steht. Willst du dich nicht festlegen, deklariere das Dokument ausdrücklich als „unverbindlichen Kostenvoranschlag“.