Angebote

Das perfekte Angebot schreiben — Checkliste, Aufbau & Muster

Ein professionelles Angebot ist oft der erste Eindruck, den ein Kunde von dir bekommt — und entscheidet darüber, ob er bei dir bucht oder zur Konkurrenz geht. Hier lernst du, wie du Angebote erstellst, die überzeugen und rechtlich auf der sicheren Seite sind.

💡 Was dich dieser Artikel kostet: 7 Minuten. Was er dir bringt: Mehr Aufträge. Wir zeigen dir den kompletten Aufbau eines professionellen Angebots — von Pflichtangaben bis zu psychologischen Tipps, die die Abschlussrate erhöhen.

Wie schreibe ich ein Angebot? Kurz in 6 Schritten

  1. Kopf: deine Firmendaten, Kundendaten, Angebotsnummer und Datum.
  2. Betreff und Anschreiben: ein bis drei Sätze mit Bezug auf die Anfrage oder den Termin.
  3. Positionen: jede Leistung mit Beschreibung, Menge, Einheit, Einzel- und Gesamtpreis — Material und Arbeit getrennt.
  4. Summe: netto, Umsatzsteuer, brutto (als Kleinunternehmer: ohne Umsatzsteuer, mit Hinweis auf § 19 UStG).
  5. Bedingungen: gültig bis, Ausführungszeitraum, Zahlungsziel.
  6. Abschluss: Ansprechpartner, Grußformel — und so schnell wie möglich verschicken.

Ein vollständiges Muster-Angebot zum Übernehmen findest du weiter unten.

Angebot schreiben: Checkliste — was gehört rein?

In Deutschland gibt es keine gesetzlich vorgeschriebene Form für Angebote. Trotzdem gehören bestimmte Angaben hinein — sonst ist unklar, was genau zu welchem Preis vereinbart wurde, und das Angebot wirkt unprofessionell. Echte gesetzliche Pflichten gibt es vor allem gegenüber Privatkunden.

📋 Checkliste für ein vollständiges Angebot

  • Name, Adresse und Kontakt des Anbieters Gehört rein
  • Angebotsdatum und Angebotsnummer Gehört rein
  • Name und Adresse des Kunden Gehört rein
  • Detaillierte Leistungsbeschreibung je Position Gehört rein
  • Mengen, Einheiten und Einzelpreise Gehört rein
  • Nettobetrag, Umsatzsteuer, Bruttobetrag — Privatkunden brauchen den Endpreis inkl. Steuer (PAngV) Gehört rein
  • Gültigkeitsdauer des Angebots Empfohlen
  • Zahlungsbedingungen Empfohlen
  • Widerrufsbelehrung bei Privatkunden, wenn der Vertrag außerhalb deiner Geschäftsräume oder per E-Mail/Telefon zustande kommt (§ 312g BGB) Pflicht
  • Hinweis auf die Gewährleistung (§ 634a BGB) Empfohlen
  • Lieferbedingungen / Ausführungszeitraum Optional
  • Firmenlogo und Corporate Design Empfohlen
  • Referenzen oder kurzes Firmenprofil Conversion+

Der optimale Aufbau eines professionellen Angebots

1. Kopfzeile — Wer bist du?

Oben links: dein Logo und deine vollständigen Firmendaten (Name, Adresse, Telefon, E-Mail, USt-IdNr.). Oben rechts: Kundendaten. Das ist Standard — aber viele vergessen die USt-IdNr., was bei Geschäftskunden ein No-Go ist.

2. Angebotskopf — Datum, Nummer, Betreff

Klare Bezeichnung: "Angebot Nr. 2026-042 vom 27. September 2026". Die Angebotsnummer ist wichtig für die spätere Zuordnung zur Rechnung.

3. Anschreiben — Kurz und persönlich

2–4 Sätze, die Bezug auf das Kundengespräch nehmen: "Vielen Dank für Ihre Anfrage vom [Datum]. Gerne unterbreiten wir Ihnen folgendes Angebot für [Projekt]." Persönlich, nicht generisch.

4. Leistungspositionen — Das Herzstück

Jede Position enthält: Positionsnummer, detaillierte Beschreibung (mind. 2 Sätze), Menge + Einheit, Einzelpreis, Gesamtpreis. Unklare Beschreibungen führen zu Nachfragen und Preisdrückerei.

⚠️ Häufiger Fehler Nr. 1: Zu knappe Leistungsbeschreibungen "Dacharbeiten — 1.500 €" ist kein Angebot, das überzeugt oder rechtlich sicher ist. Beschreibe jede Leistung so, dass der Kunde weiß, was er bekommt — und du weißt, was du schuldig bist.

5. Summe — Transparent aufgeschlüsselt

Nettobetrag, MwSt (Betrag und Prozentsatz), Bruttobetrag. Bei Teilzahlungen: Zahlungsplan explizit aufführen.

6. Bedingungen und Rechtstexte

Gültigkeitsdauer, Zahlungsziel (z. B. "zahlbar innerhalb von 14 Tagen nach Rechnungsstellung"), Gewährleistung (§ 634a BGB: in der Regel 2 Jahre, bei Bauwerken 5 Jahre) und bei Privatkunden — wenn der Vertrag außerhalb deiner Geschäftsräume oder per E-Mail/Telefon zustande kommt — die Widerrufsbelehrung.

Muster-Angebot zum Übernehmen

So sieht ein vollständiges Angebot eines Malerbetriebs an Privatkunden aus. Ersetze Firmendaten, Positionen und Preise durch deine eigenen.

Malerbetrieb Muster GmbH
Musterstraße 1 · 12345 Musterstadt
Tel. 0123 456789 · [email protected]
USt-IdNr. DE123456789
An:
Familie Beispiel
Beispielweg 5
12345 Musterstadt

Angebot Nr. 2026-042 · Datum: 27.09.2026 · gültig bis 27.10.2026

Betreff: Renovierung Wohnzimmer und Flur

Sehr geehrte Familie Beispiel,
vielen Dank für das Gespräch bei Ihnen vor Ort am 24.09.2026. Wie besprochen bieten wir Ihnen folgende Arbeiten an:

1Abdecken und Abkleben von Boden, Fenstern und Türen1 psch120,00 €
2Wände spachteln (Q2), kleinere Risse schließen62 m² × 8,50 €527,00 €
3Wände und Decken zweimal streichen, Dispersionsfarbe weiß85 m² × 9,80 €833,00 €
4Material: Spachtelmasse, Farbe, Abdeckmaterial1 psch240,00 €
Summe netto1.720,00 €
zzgl. 19 % Umsatzsteuer326,80 €
Gesamtbetrag2.046,80 €

Ausführung: KW 43, ca. 3 Arbeitstage.
Zahlung: 14 Tage nach Rechnungsstellung ohne Abzug.
Gewährleistung: nach § 634a BGB.
Widerrufsbelehrung: liegt bei (Vertrag mit Privatkunden außerhalb unserer Geschäftsräume).

Wir freuen uns auf Ihren Auftrag. Bei Fragen erreichen Sie mich direkt unter 0123 456789.
Mit freundlichen Grüßen
Max Muster

Als Kleinunternehmer lässt du die Umsatzsteuer weg und schreibst stattdessen: „Gemäß § 19 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet.“ Alle Angaben im Muster sind Beispiele und ersetzen keine Rechtsberatung.

Die 5 häufigsten Fehler beim Angebotschreiben

  1. Zu langes Angebot: Mehr als 2 Seiten schreckt Kunden ab. Leistungen klar, nicht vollständig beschreiben.
  2. Fehlende Gültigkeit: Ohne Frist gilt dein Angebot nur für eine „angemessene“ Zeit (§ 147 BGB) — wann die abgelaufen ist, ist Auslegungssache. Ein konkretes Datum vermeidet Streit.
  3. Kein persönliches Anschreiben: Copy-Paste-Texte senken die Abschlussrate.
  4. Material und Arbeit nicht getrennt: Für Transparenz und Verhandlungsspielraum: immer separat aufführen.
  5. Keine Widerrufsbelehrung, wo sie nötig ist: Kommt der Vertrag mit einem Privatkunden außerhalb deiner Geschäftsräume oder per E-Mail/Telefon zustande und die Belehrung fehlt, kann er bis zu 12 Monate und 14 Tage widerrufen.

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Angebot schreiben: Tipps, damit Kunden unterschreiben

Schnell sein: Angebot innerhalb von 48 Stunden

Wer zuerst ein sauberes Angebot schickt, hat einen Vorsprung — der Kunde hat den Termin noch im Kopf und vergleicht dich mit Mitbewerbern, die noch gar nichts geschickt haben.

Nachfassen nach 3–5 Tagen

Ein kurzer Anruf oder eine Nachricht („Haben Sie noch Fragen zum Angebot?“) holt viele Aufträge, die sonst einfach liegen bleiben.

Ankerprinzip: Zeige zuerst die teurere Option

Biete 2–3 Varianten an (Basic / Standard / Premium). Die mittlere Option wird am häufigsten gewählt — besonders wenn die Premium-Option den Standardpreis günstig erscheinen lässt.

Soziale Bewährtheit: Referenzen einbauen

Ein kurzer Satz wie "Über 120 Aufträge in der Region X seit 2018" oder ein Kundenzitat erhöht die Abschlussrate messbar.

Knappheit: Gültigkeitsdatum aktiv kommunizieren

Nicht nur eine Fußnote, sondern im Anschreiben erwähnen: "Dieses Angebot gilt bis zum 27. Oktober 2026. Danach müssen wir die Preise prüfen."

Häufige Fragen (FAQ)

Wie schreibe ich ein Angebot?

Firmen- und Kundendaten, Angebotsnummer und Datum, ein kurzes Anschreiben, die Leistungen als Positionen mit Menge und Preis, die Summe mit Umsatzsteuer und zum Schluss Gültigkeit, Ausführungszeitraum und Zahlungsziel. Ein Muster steht oben im Artikel.

Was muss ein Angebot rechtlich enthalten?

Eine feste gesetzliche Form gibt es nicht. Hinein gehören Anbieter- und Kundendaten, Leistungsbeschreibung und Preise. Privatkunden brauchen den Endpreis inklusive Umsatzsteuer, und kommt der Vertrag außerhalb deiner Geschäftsräume oder per E-Mail/Telefon zustande, eine Widerrufsbelehrung (§ 312g BGB).

Wie lange ist ein Angebot gültig?

Ohne explizite Angabe nur "angemessene Zeit" — für Handwerker empfehlen sich 14–30 Tage. Schreibe immer ein konkretes Datum ins Angebot.

Was ist der Unterschied zwischen Angebot und Kostenvoranschlag?

Das Angebot ist bindend (fester Preis). Der Kostenvoranschlag ist eine Schätzung (§ 649 BGB): Nach gängiger Rechtsprechung sind Überschreitungen von etwa 15–20 % hinnehmbar, zeichnet sich eine wesentliche Überschreitung ab, musst du den Kunden aber sofort informieren — er darf dann kündigen. Mehr dazu: Angebot vs. Kostenvoranschlag.

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Timo Reitenbach

Co-Founder von SalesHookAI. Experte für digitale Prozesse, automatisierte Angebotserstellung und Rechnungsabwicklung für Handwerker & Kleinbetriebe.

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